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Hexenrauhnacht

hexenrau1Kulisse im Kreisel bei Einbruch der Nacht
Foto: Carmen Maury
Die zweite Hexenrauhnacht nach 1979 war am 08. Februar 2004 anlässlich des Jubiläums „44 Jahre Waldhexen". Normalerweise wird eine Hexenrauhnacht nur in Verbindung mit einem Ringtreffen des ANR durchgeführt. Das Präsidium des ANR stimmte dieser Ausnahme in Anbetracht des Jubiläums und des bevorstehenden Ringtreffens in Leutkirch jedoch wohlwollend zu.

Stockdunkel war es gegen 19.00 Uhr rund um das Rathaus in der Rauhnacht der Hexen. Kein noch so schwacher Lichtstrahl ließ die Zuschauer erahnen, was sich hinter den Stellwänden rund um den Ailinger Kreisel verbirgt. Nur die schaurig-schöne Kulisse und die Bühne, die von der Narrenzunft Hugeloh Leimbach zur Verfügung gestellt wurde, erschienen im schwachen Licht.

hexenrau2Hexenmeister ruft die Hexen herbei
Foto: Felix Kästle
Die Zeremonie beginnt. Nebelschwaden kriechen über den Asphalt. Erst nach langem Bitten und Flehen von Brauchtumer Willi Huster entsteigt der Meister aller Hexen, alias Peter Fath, aus dem Dunkel der Nacht. "Was willst du, du Zwerg, verschwinde hier", schreit er mit klirrender Stimme, die das Blut in den Adern gefrieren lässt.

An dieser Stelle auch ein dickes Lob und großen Respekt an den Zunftmeister Michael Schwender aus Ulm der als Sprecher fungierte und dafür sorgte, dass das Spektakel sehr authentisch wirkte.

Funkenfontänen zischen gegen den Himmel, als der Hexenmeister schließlich rief: "Blitze, Donner, Hagelwind, ihr Hexen eilt herbei geschwind." Zirka 700 bucklige Weiber, mit Stock und Besen bewaffnet, kriechen aus dem Dunkel hervor. Stöcke und Hexenbesen knattern auf den Pflastersteinen rund um den Kreisel. Aus allen Ecken der Region waren sie dem Ruf ihres Meisters gefolgt. Auch aus Ravensburg und Brochenzell, aus Leutkirch , Biberach, Immenstaad und aus Friedrichshafen waren große und kleine, alte und junge Hexen bei der zweiten Hexenrauhnacht in Ailingen zugegen.

hexenrau3Hexenschar versammelt sich um den Meister Foto: Felix KästleDer Meister verlangt den Eid und Gaben in Form von Spinnenhirn und Krötenblut, von Tiergebein und Schlangengift. Aus diesen leckeren Zutaten wird er gebraut, der magische Hexentrunk, der vom Bann des Bösen befreit. Die buckligen Weiber tun, was der Meister befiehlt, und werden schließlich für den Rest der Fasnet freigegeben.
Ailingen steht jetzt unter dem Regiment der Hexen.

hexenrau4Hexen bringen dem Meister ihre Gaben Foto: Felix KästleDer Zunftmeister hat Wort gehalten. Ein imposantes und faszinierend schön-schauriges Spektakel war dem Zuschauer hier offeriert worden. Viele Akteure der Ailinger Narrenzunft waren wochenlang mit den Vorbereitungen beschäftigt. Allen voran Ehrenzunftmeister Bruno Knapp, der zusammen mit seinen Schalmeien unter anderem für die atemberaubenden Showeffekte und für den Kulissenaufbau verantwortlich war. Weiter im Organisationsteam waren Franz Lorch, Peter Fath, Willi Huster, Kurt Wörner, Hans Braxmeier, Gerüstbau Erich Vogt und die Gruppe der Gehrenmännle. Ihnen allen galt der Applaus der Zuschauer. "Diese Aufführung war bühnenreif", lobten die Zuschauer aus nah und fern.

Nun bewegten sich die Hexen durch Fackeln geleitet zur Rotachhalle um sich dort noch fröhlich auszulassen und zu feiern.

Autoren: Gaby Kraemer & Jochen Meschenmoser