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Die Fasnetsbeerdigung

fasnetsbeerdigung1Der Schalmeienchef wird von seinen Kollegen liebevoll einbalsamiert und mumifiziert
Foto: Frank Rössle
Der Kandidat bekommt am Hemdglonkerball in der Rotachhalle offiziell den „Strändi" (Badeanzug) überreicht und da es nun die gesamte Narrengemeinde weiß gibt es kein Entrinnen mehr.

Bis vor 10 Jahren fand die Fasnetsbeerdigung immer am Kehraus in einer Halle oder im Saal statt. Wirtschaftlich Gründe gaben den Ausschlag, dass sich die Zunft nach einer neuen Idee umschauen musste. Weshalb soll man nicht die Fasnetsbeerdigung auch dort abhalten wo der Narrenbaum gefällt wird, - nämlich auf dem Rathausplatz?

Kurz nach Einbruch der Dunkelheit beginnt die Zeremonie. Zuvor aber erleben die Zuschauer den letzten Auftritt des Hexentanzes um ein richtiges, wärmendes Feuer welches auch während der nun stattfindenden Beerdigung von den Zuschauern gerne umlagert wird.

Der Pfarrer / Richter (Vize) kommt mit seinen Ministranten / Sekundanten aus der Sakristei (Rathauskeller) und kurz darauf wird ihm das Opfer vorgeführt. Leicht bekleidet, nur mit Strändi und das bei frostigen Temperaturen ist eigentlich schon Strafe genug.

An einem Kälberstrick oder von seinen Häschern festgehalten wird er vor den Richter geführt. Dabei werden ihm die guten und die bösen Taten von früher bis heute zur Last gelegt. Auch die Henkersmahlzeit bestehend aus saurem Käs mit Hering und reichlich Knoblauch darf der Delinquent nicht abschlagen. Lediglich ein Obstler oder ein „hoißer Moscht vom Gehrenloch" kann zum Hinunterspülen von Fisch und Käs verwendet werden. Aber meist spürt der Angeklagte ohnehin schon nicht mehr was er trinkt oder isst.

fasnetsbeerdigung2Josef Feuerstein als "Kistenopfer" Foto: Carmen MauryDa die Fasnet etwas „Ernstes" ist, ist der Angeklagte immer schuldig. Ist also das Urteil gesprochen, heißt es: „Hauet en nei in diese Kiste und werfet en naus auf die nächst best Miste!" Die Sekundanten balsamieren das „Opfer" ein. Die Kiste wird verschlossen und vernagelt. Großes Gejammer ertönt, und die Häscher schleppen, begleitet von Katzenmusik der Schalmeien, die letzten Reste der Fasnacht in die dunkle Nacht zum Aschermittwoch hinaus.

Anschließend trifft man sich noch gemütlich in der Zunftstube zu Kartoffel und Hering und genießt noch die wenigen der Stunden der Fasnet, bevor der Aschermittwoch das Ablegen von Orden und Ehrenzeichen verlangt.

Auch der Narrenruf ALI-GERO bleibt bis zum 11.11. verstummt und es heißt schon wieder:
„... s goht d'gega!"

Autoren: Edeltraud Krapf & Jochen Meschenmoser