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Zunftstube

zstube1Alte Zunftstube der NZA
Foto: Jochen Meschenmoser
Vom Bauernhaus zur Zunftstube Nach dem ersten Narrensprung in Ailingen 1975, der für die Zunft einen finanziellen Rückhalt erbrachte entstand die Idee, mit diesem Geld für die Narren eine feste Bleibe zu schaffen. Der damalige Hexenmeister Karl Krapf brachte den Gedanken auf, das leerstehende Bauernhaus der Familie Josef Katzenmaier für eine Zunftstube in Aussicht zu nehmen. Nach dem Einverständnis der Familie, wurde nach den Plänen von Armin Hildebrand mit dem Ausbau am 8. Mai 1976 begonnen.

Als man die Tragwand vom Verputz befreite, kam ein schönes Fachwerk zum Vorschein, das man ebenfalls mit Holzschutzmittel behandelte, um ganz sicher zu sein, dass diese Plaggeister nicht weiter ihr Unwesen treiben können. Beim Entfernen der oberen Fußbodenschicht wurde es ganz interessant: Es kamen einige Exemplare des „Seeblatts" zutage, etwa aus den Jahren 1900 – 1912. Diese wurden mit Interesse gelesen. Der weitere Umbau wurde ganz zügig und ohne größere Vorkommnisse weitergeführt. Mit besonderer Liebe wurden von Rudi Benz sen. die Lampen geschmiedet und aus alten Aluminiumverkehrsschildern die Lampenschirme gefertigt. Der große dreiarmige Holzleuchter wurde eigens von Jupp Bergmüller geschnitzt. Auf den bequemen Bänken um den riesigen, runden Tisch saß man gerne bei einem gemütlichen Hock, und jeder Gast genoss wohltuend die gepflegte und heimelige Atmosphäre der alten Zunftstube.

Die neue Bleibe

Mit den Jahren nagte natürlich auch der Zahn der Zeit an diesem alten Gemäuer, so war es notwendig, dass größere Baumaßnahmen vom Fundament bis zum Dach anstanden. Da wir diese Maßnahmen aus eigener Hand alleine nicht schultern konnten wandten wir uns an den damaligen Ortsvorsteher Rainer Kapellen. Ihm schilderten wir unser Problem und so kam es, dass er zusammen mit uns einen Termin bei OB Dr. Wiedmann und Baubürgermeister Hornung arrangierte. In der Stadt stießen wir sofort auf offene Ohren und unserem Anliegen evtl. doch eine eigene Zunftstube bauen zu können wurde Unterstützung zu teil. So bekamen wir durch die Hilfe von 1. BM Hornung ein Grundstück auf Erbbaupacht zugeteilt. Auch die Finanzierung musste geregelt werden, aber da wir das Haus weitgehend in Eigenleistung erstellen spielte auch die Bank mit. Einen Teil wollten wir durch Bausteinspenden erreichen. Die endgültige Zustimmung der Mitglieder holten wir uns dann noch in einer außerordentlichen Generalversammlung.

Am Pfingstmontag, dem 01. Juni 1998 war es dann soweit der offizielle Spatenstich im kleinen Kreis wurde vollzogen. Dabei wurde auch die Röhre die später im Grundstein eingemauert wurde bestückt. Eine Satzung, Münzen, Festschrift, die morgige Tageszeitung und eine weiße Locke unserer Narrengotte Klara Ammann samt etwas Spucke und einem Ali Gero kam hinein. Anschließend wurde die Edelstahlröhre dauerhaft verschlossen.
Nun ging es Schlag auf Schlag und schon in der darauffolgenden Woche rollte der Bagger an. Die Fertigstellung des Kellers durch die Fa. Pfaff erfolgte recht zügig und so konnten bald die Zimmerleute der Fa. Holzbau Heinzelmann das Haus in Ständerbauweise aufstellen. Zuvor schon war ein Teil unserer Zunftjugend damit beschäftigt die Holzelemente und die Sichtbalken zu streichen. Das Eindecken des Dachs wurde von den Schalmeien getätigt die auch später bei der Gestaltung der Außenanlagen ihr Geschick unter Beweis stellten.

Der Innenausbau samt aller notwendigen Gewerke unterlag einem sehr sportlichen Termin da unser Vize den Einweihungstermin auf den 3. Oktober festgelegt hatte. Nun so war es notwendig über die Sommerzeit mit allen verfügbaren Mitgliedern den Ausbau zu tätigen.

zstube2Gastraum der Zunftstube Foto: Jochen MeschenmoserDass es trotzdem möglich war den Einweihungstermin zu halten zeigte sich, dass am 03. Oktober 1998 tatsächlich die gute neue Stube fertig war. Zur Einweihungsfeier konnten wir eine Reihe gern gesehener Gäste und Nachbarn begrüßen.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden seitens der Mitglieder knapp 6000 Std. aufgebracht. Davon haben 10 Personen fast 4000 Std. an Arbeit geleistet was an diesem Abend besonders zum Ausdruck gebracht wurde. Die Freude war groß, dass wir nun im Besitz eines eigenen Hauses sind. Den geistlichen Segen erteile der damalige Pfarrer Gerhard Nagl zusammen mit Pfr. Hermann Wieland einem alten fasnetsverbundenen Ailinger.
Die Schlüsselübergabe erfolgte symbolisch durch unseren Architekten und mittlerweile auch Ehrenzunftrat Bernd Ammann der es als Glücksfall bezeichnete – es sei das erste Mal, dass die Pläne auch stimmten da das Haus vor den Plänen fertig gestellt wurde.

Die Fertigstellung der Außenanlagen samt Terrasse erfolgte dann im Jahr darauf.

Bedanken möchten wir uns ganz herzlich bei Familie Katzenmaier die uns fast 25 Jahre eine Bleibe beschert hat. Aus der alten Zunftstube wurde das Tobelstüble welches nun das Vereinsheim der TSG Schi- und Bergfreunde ist. Eines vermissen wir jedoch alle, es ist das wirklich urige Ambiente und das typische Gschmäckle dieses alten Hauses.

zstube3Zunftstube mit Spielplatz Foto: Jochen MeschenmoserDer Autor dieses Berichts kann sich noch sehr gut an die ersten Stunden beginnend mit dem Abbruch des Schornsteins und den vielen Staub der geschluckt wurde erinnern.

Eines möchte ich trotz aller Strapazen doch anmerken: es gibt wohl kaum eine Aktivität in einem Verein bei der soviel Spaß, Freude und Teamgeist vermittelt wurde wie hierbei!

Öffnungszeiten:

Jeden Freitag ab 19.00 Uhr zum Dämmerschoppen

Weitere Öffnungszeiten unter der Rubrik „Termine".

Veranstaltungen / Anmietung:

Mitglieder können die Zunftstube für private Feierlichkeiten anmieten. Allerdings gehen zunftinterne Veranstaltungen vor.
Einen entsprechenden Nutzungsantrag erhalten Sie hier: Nutzungsantrag (PDF, 443kB)

Abgabe des Nutzungsformulars direkt in der Zunftstube oder bei einem Mitglied des Zunftrates.
Weitere Rückfragen bitte unter Zunftstubeninfo
Die Nutzung für Firmen und Institutionen wird gesondert verhandelt.

Autor: Jochen Meschenmoser 

Der Zunftrat

Der Zunftrat der Narrenzunft Ailingen e.V. besteht aus 11 gewählten Vertretern die je nach Amt von der gesamten Vollversammlung oder von den einzelnen Gruppen gewählt werden.

Zu den Aufgaben gehören neben den normalen Amtsgeschäften auch die Repräsentation der Zunft nach außen hin.

 

 Michael Boch

Zunftmeister

Michael Boch

zunftmeister@nz-ailingen.de

 

 

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Schatzmeisterin

Katrin Schuster

kassier@nz-ailingen.de

 Alex Brugger

Schriftführerin

Alexandra Brugger

schriftführerin@nz-ailingen.de

Robert Kirchmann

Hexenmeister

Robert Kirchmann

hexenmeister@nz-ailingen.de

Manu Lohr Kirchmann

Gruppenleiterin Gehrenmännle

Manuela Lohr-Kirchmann

manuela.lohr-kirchmann@nz-ailingen.de

Patrick Schuster

Gruppenleiter Schalmeien

Patrick Schuster

patrick.schuster@nz-ailingen.de

Marius Graf

Veranstaltungswart

Marius Graf

veranstaltungswart@nz-ailingen.de

Randolf Waldhoff

Vizezunftmeister

Randolf Waldhoff

randolf.waldhoff@nz-ailingen.de

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Chronistin

Susanne Fink

susanne.fink@nz-ailingen.de

Anna Barke

Jugendvertreterin

Anna Barke

anna.barke@nz-ailingen.de

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Passivvertreterin

Iris Meschenmoser

iris.meschenmoser@nz-ailingen.de

 

                                      

Autor: Pauline Schulz

Bastelarbeiten

ba1Gastgeschenk Jubiläum 44 Jahre Waldhexen Foto: Jochen MeschenmoserEine Rarität sind wahrlich die in mühevoller Handarbeit von unserer inzwischen verstorbenen Ehrenzunfträtin Margret Knapp hergestellten Püpplein der Waldhexe und des Gehrenmännle. Wer davon ein Paar besitzt kann mit recht sehr stolz sein, denn die Liste der Vorbestellungen reichte über Jahre hinaus.

Margret Knapp hat in den 23 Jahren von der Idee bis zu ihrer Krankheit rund 1700 Puppen gefertigt, wobei jede in ihrer Art ein Unikat ist.

Ebenfalls hat Margret Knapp mit großer Hingabe und Ausdauer eine Vielzahl von Gastgeschenken für unsere Zunftmeisterempfänge hergestellt. Ihre Kreativität stellte sie auch jedes Jahr bei der Weihnachtsdekoration und bei den Geschenken für die Passivmitglieder unter Beweis.

ba3Bastelfrauen bei ihrer Arbeit in der Zunftstube am Bastelabend (v.l.: Nicki Schneiderbeck, Martina Angele, Sibylle Brauchle, Hermine Brugger, Andrea Jöchle, Yvonne Schöpplein) Foto: Jochen MeschenmoserSeit nunmehr drei Jahren fertigen Bigi Lang und Sabine von Langen wieder zusammen mit ihren Basteldamen die Nachfolgegeneration der Püpplein welche nach wie vor sehr beliebt sind.

Eine weitere Attraktion sind unsere selbst gebastelten Anstecker welche unter Maskenträger aus nah und fern, aber auch unter den „Nichthästrägern" sehr große Beliebtheit erfahren. Sibylle Brauchle und Andrea Jöchle fertigen zusammen mit ihren Bastelfrauen in mühevoller Kleinarbeit diese sehr begehrten Sammlerstücke.

ba4Anstecker der Maskengruppen Foto: Jochen Meschenmoser

ba5Gastgeschenk 2006 „Oilinger Apfeltalerorden" Foto: Jochen Meschenmoserba2Gastgeschenk Hexenpüpple mit Kessel Foto: Jochen Meschenmoser

 

Aktivitäten unter dem Jahr

Die Narrenzunft Ailingen trägt auch unter dem Jahr dazu bei das gesellschaftliche Leben der Ortschaft zu bereichern. Ebenfalls soll der Vereinsgedanke durch vielfältige Aktivitäten unter dem Jahr gefördert werden.

Dorffest

ak1Feststimmung auf dem Rathausplatz Foto: Carmen MauryNatürlich darf die Narrenzunft Ailingen als zweitgrößter Verein im Ort am Dorffest nicht fehlen. An dem Festwochenende im August ist die Narrenzunft mit einer Sektbar und einem Spielestand der Jugendgruppe vertreten. Hierzu lässt sich die Jugendgruppe immer etwas neues einfallen.

 

Sommerfest

ak2Geselliges Beisammensein Foto: Jochen MeschenmoserEinmal im Jahr, am Sommerfest möchte die Zunft die Gelegenheit nutzen sich bei den Mitgliedern für ihren Einsatz das Jahr über zu bedanken. Ein Fest rund um die Zunftstube bei dem jung und alt auf ihre Kosten kommen. Hierzu bietet sich die wunderschöne Terrasse auf der Südseite der Zunftstube förmlich an. Es wird gegrillt, und durch leckere Salate oder Kuchen bereichern die Frauen der Zunft das Buffet. Die Jugendgruppe organisiert eine Reihe von Spielen rund um die Zunftstube für die Kinder der Gäste.

 

Ferienprogramm

ak3Rennteam bei der Siegerehrung Foto: Jochen MeschenmoserEbenfalls beteiligt sich die Narrenzunft am Ferienprogramm der Ortschaft Ailingen das für Gäste und Daheimgebliebene veranstaltet wird. Es wurde die Idee eines Seifenkistenrennens wieder aufgegriffen welches viele Jahre am Dorffest große Beliebtheit erfuhr. Alles ist perfekt arrangiert, von den Streckenposten über Start- und Zielbereich bis hin zur Ansage und Zeitnahme. Selbst der Transport der Kärrele wurde mittlerweile vom Hexenmeister perfektioniert. Ein Spektakel bei dem es keine Rolle spielt, ob jung, ob alt, ob männlich oder weiblich, - sie alle haben riesigen Spaß daran.

Natürlich gehört zu einem richtigen Rennen auch eine Siegerehrung mit entsprechenden Preisen dazu. Alle Teilnehmer werden als Sieger behandelt. Zum Schluss gibt es noch für alle Beteiligte ein zünftiges Vesper in der Zunftstube.

 

Hüttenwochenende / Ausflug

ak4Busfahrt nach Meran Foto: Jochen MeschenmoserNatürlich darf in einem Verein ein zünftiger Ausflug nicht fehlen. So gehört ein Ausflug und zwei Hüttenwochenenden zum festen Bestandteil des Jahresprogramms. Sehr beliebt sind Fahrten nach Südtirol, Schi-Ausfahrten oder ein verlängertes Wochenende auf einer urigen Hütte in den Voralpen bei dem auch die Kinder auf ihre Kosten kommen.

 

Nikolaus- und Weihnachtsfeier

ak5Kindernikolausfeier in der Zunftstube Foto: Jochen MeschenmoserWas wäre die Vorweihnachtszeit ohne den Nikolaus? So darf auch bei der Narrenzunft Ailingen, Nikolaus und Rupprecht nicht fehlen. Erwartungsvoll fiebern die Kindern der Zeit entgegen bis die Beiden die Zunftstube betreten. Die Wartezeit wird mit dem Basteln von Weihnachtsschmuck, erzählen von Geschichten und musikalischen Darbietungen überbrückt.

Hat der Nikolaus samt Ruprecht den Raum betreten, wird es sehr schnell still. So manchem Kind ist es wohl nicht mehr so ganz wohl, wenn Nikolaus genauer nachfragt. Nach ein paar leichten Hieben mit der Rute und Gedichten oder musikalischen Einlagen verteilt der Ruprecht nun die sehnsüchtig erwarteten Säcklein mit leckerem Inhalt an die Kinder.

 

Pflege der fasnächtlichen Beziehungen

Ein jährlich wechselndes Highlight unter den Zünften Ailingen, Friedrichshafen, Kehlen und Langenargen ist die Narrenolympiade deren Zunfträte. Der Austragungsort wechselt von Zunft zu Zunft. Die Disziplinen variieren je nach Austragungsort und Wetterlage. Hier ist es jedoch manchmal besser den letzten Platz zu erobern, denn die Preise können je nach Platzierung etwas groß ausfallen. Diese Preise müssen dann an der Fasnet, im Häs, mitgeführt und auf Verlangen vorgezeigt werden. Bei vergessen oder Verlust droht eine Runde unter den Beteiligten. (Harte Sitten!)

(Bild 02_03_01f.jpg)
Foto: Willi Huster

Besuch der Damischen Ritter

ak6Damische Ritter Foto: Jochen MeschenmoserEin Besuch ganz besonderer Art war der Ausflug der „Damischen Ritter" aus München die ihr Domizil im Löwenbräukeller haben. Im Rahmen eines Ausfluges gastierten sie einen Abend in unserer Zunftstube. Seither unterhalten wir eine lockere Fasnetsbeziehung. Beim Gegenbesuch zum traditionellen Ritterball versuchten wir unseren bayrischen Kollegen und den Gästen des Abends die alemannische Fasnet etwas näher zu bringen.

Damische Ritter
Foto: Jochen Meschenmoser

Mostprobe und Mosttransport

Die Oilinger Mostprobe

Nach einer Einladung bei den Hagnauer Narrenfreunden zu einer ausgedehnten und vorzüglichen Weinprobe kam man im Zunftrat überein, möglichst bald eine Gegeneinladung auszusprechen. Gesagt - getan. So entstand im September

1983 spontan nach einer Idee des Vorstandsgespanns „BB" = Bruno und Bernd eine nicht uninteressante Mostprobe.

Hierbei wurden allerlei „Moste", auch solche die's noch werden wollen, verköstigt. Seither wurde die „Ailinger Mostprobe" genau sechsmal, unter strengster Beachtung aller geltenden Normen und Richtlinien durchgeführt. Aufgrund der hochwertigen Raritäten und der Einmaligkeit der verabreichten „Probe-Möschte" konnte diese Prozedur nur jeweils einem ausgesuchten und erlauchten Teilnehmerkreis zugemutet werden. Von bleibenden Schäden der Probanden ist uns glücklicherweise nichts bekannt.

(Bild 02_03_01h.jpg) Auszug aus der Mostkarte
Foto: Bernd Ammann

Wissenswertes über den Moscht:

Der Most ist ein alkoholisches Getränk, welches im Durchschnitt 3% Alkohol enthält. Er gibt keine Kraft, ebenso wenig wie Wein, Bier oder Schnaps. Er mag anfangs die Arbeit erleichtern, jedoch geht er hinterher umso mehr in die Füss!

Der Most ist auch kein Nahrungsmittel, sondern ein Genussmittel, die Äpfel aus denen er bereitet wird, enthalten allerdings Nahrungsstoff (Zucker), der Most aber so wie keinen. Durch das Mosten wird also eine große Menge Nahrungsstoff zerstört. Das geschähe nicht, wenn man die Äpfel roh, oder gekocht oder in gedörrtem Zustand genösse. Man erhielte also nicht nur Nahrungsstoff, sondern sparte auch Geld und hätte weder eine Kiste noch Kopfweh, wenn man nicht mostete.

Der Most ist aber in größeren Mengen, das heißt, in Mengen wie er hierzulande vielfach getrunken wird geradezu schädlich. Abgesehen von unangenehmen, langandauernden Magenkatarren, nervösen und anderweitigen Störungen, welche er dann erzeugt, ist bewiesen, dass man im Gegensatz zum Schnapstrinker zwar keine Schnapsnase bekommt, jedoch der Mostzinken umso größer wird. In keinem deutschen Lande wie in Württemberg kommt bei Männern und auch bei Frauen der unschöne Mostzinken so oft vor.

Gebt euren Kindern keinen Most zu trinken! Nützen werdet ihr euren Kindern dadurch nie, schaden aber auch nicht. Bedenkt aber, dass der Körper des Kindes viel zarter ist und sie sich leicht an geistige Getränke gewöhnen.
...und ihr selber –
seid mäßig im Mostgenuss
vermostet nicht allzu viel Äpfel

Die Oilinger Mostprozession

Eine weitere Ailinger Unsitte besteht darin, in unregelmäßigen Abständen Most durchs Dorf zu tragen. Entstanden aus der Verpflichtung, der Lottenweiler Zunft ein paar Fuder Most zu spendieren, weil wieder mal ein Ailinger Zunftrat zu spät zum Narrenempfang ins Rathaus kam. Es gelang uns im Jahre 1987 einen ganzen Eimer Most an einer Leiter hängend, ohne auch nur ein Tröpfchen zu verschütten, den Berg hinauf nach Lottenweiler zu schleppen. Um so mehr als der damalige Zunftvize BA, als begabter Hobbykoch, eine durchaus schnittfeste Sulz herstellte, welche dann unter allgemeinem Gelächter in Lottenweiler auf den Tisch gestürzt werden konnte.

Autor: Jochen Meschenmoser

Die Fasnet im Dorf heute (Brauchtum)

Die Narrenzunft Ailingen beteiligt sich jährlich an zahlreichen Umzügen in den verschiedensten Orten im ln- und benachbarten Ausland. Aber ebenso großen Wert legt die Narrenzunft Ailingen auf das „Fasnetfeiern im Dorf". Schließlich hat die Narrenzunft hier ihren Ursprung. Jedes Jahr ist die Bevölkerung zum Mitfeiern eingeladen wie z.B. dem Eröffnungsball, dem Narrenbaumsetzen mit der anschließenden Dorffasnet, dem Zunftball (unter einem jährlich wechselnden Motto), dem Hemdglonkerumzug mit anschließendem Ball am Bromigen Freitag, dem beliebten Kinderball am Fasnetssonntag, sowie dem traditionellen Narrenbaumfällen mit Fasnetsbeerdigung am Fasnetsdienstag. Das endgültige Ende der Fasnet wird dann am Funkensonntag mit dem Funkenring würfeln in der Zunftstube und dem Abbrennen des Funkens im Teilort Lottenweiler besiegelt.

Und dann freuen sich die Mitglieder der Narrenzunft Ailingen e.V. schon wieder auf die kommende Fasnetskampagne. Nicht umsonst heißt es: Das Angebot in Ailingen ist riesig, und biete zu jeder Jahreszeit eine Fülle von Möglichkeiten ... Ganz besonders in der fünften Jahreszeit.

Brauchtum

br1Schellenwäsche durch die Hexenreiter Foto: Jochen MeschenmoserAnders als bei vielen anderen Zünften findet der Fasnetsauftakt der NZA im kleinen Rahmen statt. Schon seit vielen Jahren beginnen eine handvoll Ailinger Narren ihre Straßenfasnet in der Sattelkammer des Hexenreiters Otze. Dieser Auftakt mit dem „Schelle Wäsche", gemeint ist natürlich die Büttel- und Zunftschelle, nichts anderes ..., soll ein Pendant zum großen Gschellabstauben vieler Zünfte sein.

 

Kappenabend

br2Mitglieder in bester Stimmung Foto: Jochen MeschenmoserDer Kappenabend ist ein Hausball in unserer Zunftstube zu dem Mitglieder, Narrenfreunde und Gönner herzlich eingeladen sind. Es ist ein Abend der von unseren Schalmeien oder durch Musikanten aus der Umgebung unterhalten wird.

Ferner werden am Kappenabend immer die Jung- und Neumaskenträger getauft. Dieses Ritual mit den zu verspeisenden Köstlichkeiten könnte manchmal schon dazu führen, dass magenbedingte Ausfälle zu erwarten sind.

Auf jeden fall ist eine Kappe oder Kopfbedeckung Pflicht. Das tragen des Häses ist an diesem Abend gänzlich verpönt, jede andere Kostümierung hingegen in Ordnung.

 

Eröffnungsball

br3Eröffnungsball 2006 mit STB Foto: Joachim SeligerDer eigentliche Auftakt und Beginn unserer Saalfasnet in der Rotach-Halle. Gute Bands, wie schon seit vielen Jahren die Schussental-Band ein Garant für Stimmung und volles Haus. Einlagen von Lumpenkapellen und Fanfarenzügen sowie eine fasnetsmäßig dekorierte Halle samt gemütlicher Bar sorgen dafür, dass sich die Besucher bis zum frühen Morgen wohlfühlen.

 

Zunftball

br4Zunftball 2005 Rittersleit Foto: Reinhilde MeschenmoserDer Traditionsball schlechthin, der schon viele Räumlichkeiten und Säle hier in Ailingen gefüllt hat. Begonnen erstmals im Ochsensaal, dann im Adler, später im Friedensaal und nun seit über zwei Jahrzehnten in der Rotach-Halle.

Jedes Jahr ein anderes Motto zum Programm, alles gab es schon; von der Steinzeit über die Galaxien bis in den Himmel. Ein buntes Programm für jung und alt strapaziert nicht nur die Lachmuskeln. Bei anschließender Tanzmusik und bei Barbetrieb, zwischendurch dem Hexentanz und einer Mitternachtsshow ist dieser Ball ein Highlight in jeder Fasnet.

 

Narrenbaumsetzen, Narrenbaumfällen und Fasnetsbeerdigung

Details zu diesen Brauchtumsveranstaltungen finden Sie unter dem Link Historie.

Närrischer Staatsempfang

br5Susanne Braunger und Michael Boch mit Ministerpräsident Erwin Teufel Foto: Michael BochAuf Einladung der Landesregierung durch den Ministerpräsidenten findet alljährlich ein „Närrischer Staatsempfang" in unserer Landeshauptstadt in der Villa Reizenstein statt. Hierzu sind verschiedene Gruppierungen oder Masken aus den Verbänden eingeladen. Jede teilnehmende Zunft schickt eine kleine Abordnung, in der Regel zwei Personen die das Präsidium des ANR begleiten. Sicherlich auch ein Erlebnis besonderer Art.

 

Närrischer Wochenmarkt und Dorffasnet

br6Treiben auf dem Wochenmarkt Foto: Carmen MauryDorffasnet und närrischer Wochenmarkt am „Gumpigen Donschtig" sind der Beginn der heißen Phase der Fasnetskampagne.

Gestartet wird mit einer Gedenkmesse für unsere verstorbenen Mitglieder bevor man sich zum Schul- und Kindergartenstürmen trifft. Es ist immer ein hartes Stück Arbeit für die Masken und Musiker zwei Schulen und zwei Kindergärten zu befreien. Unterstützung erhalten wir hier teilweise durch Maskenträger aus Berg und Lottenweiler.

Nach dem Schulstürmen geht es auf den Wochenmarkt der unter der Schirmherrschaft der Hexenreiter steht. Diese haben sich in der Vergangenheit immer wieder etwas besonderes zur Belustigung der Marktbesucher einfallen lassen. Für die musikalische Unterhaltung sorgen die Schalmeien und die „Scharfen Hüpfer".

 

Hemdglonker

br7Närrische Sitzung im Rathaus Foto: Carmen MauryBegonnen wird dieser „Bromige Freitag" mit einem närrischen Empfang im Rathaus zu dem der Ortsvorsteher zusammen mit seinen Bediensteten die Zunfträte aus Ailingen, Berg und Lottenweiler einlädt. Das Team vom Rathaus lässt sich jedes Jahr ein besonderes Motto einfallen welches meist zu einem kommunalen Anlass passt. Hier wird ausgeteilt, aber auch eingesteckt.

Gegen 18.00 Uhr formieren sich dann die großen und kleinen Glonker auf dem Rathausplatz zum Hemdglonkerumzug. Mit Rasseln, Trommeln, Lampen und Kerzen bewegt sich der Bandwurm durch die Straßen von Ailingen begleitet von den Schalmeien und den „Scharfen Hüpfern" bis zur Rotach-Halle.
Hier findet dann der Hemdglonkerball statt bei dem vor allem die jungen Glonker ausgelassen umhertoben. Ein Rahmenprogramm mit DJ, musikalischen Einlagen und Tänzen machen diesen Ball zu einem echten Magneten.

Ebenfalls wird an diesem Abend immer bekannt gegeben wer am Fasnetsdienstag in die Kiste kommt. Der Delinquent bekommt dabei seinen Strandy überreicht.

 

Jugendball

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Ortsverwaltung Ailingen, speziell auf die junge Generation zugeschnitten. Dieser Ball ist absolut alkoholfrei und es herrscht Kostümzwang. Programm und Gestaltung ist auf eine Altersgruppe von 14 – 18 Jahre ausgerichtet. Auch diese Veranstaltung ist zwischenzeitlich ein echter Renner unter den Jugendlichen der vorwiegend von der Jugendgruppe der NZA organisiert wird.

Narrenmesse

br8Narrenmesse mit Pfarrer Manfred Schlichte Foto: Reinhilde MeschenmoserDie erste Narrenmesse in Ailingen fand anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Gehrenmännle" im Jahre 2000 unter Pfarrer Gerhard Nagl statt. Mittlerweile wird am Fasnetssonntag eine Narrenmesse mit entsprechend ausgewählten Themen abgehalten. Das besondere ist, dass bei der Gestaltung der Messe auch viele junge Mitglieder im Häs, sei es als Ministrant oder im Chor mitwirken. Musikalisch umrahmt wird der Gottesdienst von der Jugo-Band und der Jugendkantorei Ailingen und Ettenkirch unter der Leitung von Agathe Feuerstein.

 

Kinderball

br9Kleine Besucher des Kinderballs Foto: Gaby KraemerEin Ball am Fasnetssonntag, der schon seit Jahrzehnten Besucher quer durch alle Generationen vom Kleinkind bis zu Oma und Opa begeistert. Diese, von der Jugendgruppe mitorganisierte Veranstaltung bietet nicht nur vielfältige Unterhaltung, sondern auch die Möglichkeit, dass sich die Kinder aktiv durch basteln oder spielen betätigen.

So bekommen die Kinder beispielsweise am Eingang schon eine Laufkarte in Form einer Schatzkarte ausgehändigt mit der sie an verschiedenen Stationen im Saal diverse Aufgaben lösen müssen. Nebenbei können sie sich aber auch Hüte, Halsketten, Fahnen oder auch Orden basteln. Sind alle Stationen durchlaufen, dann dürfen sie aus einer großen Schatztruhe ihren Schatz mitnehmen.

Bei dieser Veranstaltung soll die Zielgruppe wirklich die ganz junge Generation sein.

 

Funkenring würfeln

br10Funkenringwürfeln in der Zunftstube Foto: Jochen MeschenmoserEndgültig wird die Fasnet am Funkensonntag mit dem traditionellen „Funkenringwürfeln" beschlossen. Ab dem Frühschoppen bis spät nachmittags wird um die begehrten Funkenringe und Brezeln gewürfelt. Eine Riesengaudi für jung und alt. Für das leibliche Wohl der Gäste sind die männlichen Zunfträte zuständig die an diesem Tag die Bewirtung übernehmen.

 

Autor: Jochen Meschenmoser